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Beobachtungstipps Reiseberichte

Die niedersächsische Elbtalaue – Frühstück mit Neuntöter und Pirol

Beutelmeise

Die Elbaue

Im Kreis Lüneburg liegt auf der rechten Seite der Elbe die Gemeinde Amt Neuhaus, die einst zur DDR gehörte. Gut zu sehen ist dies, wenn man sich mal das Luftbild der Gegend anguckt. Auf dem ehemaligen Staatsgebiet der DDR, also auf rechtselbisch, sind nicht nur die Agrarflächen bis zu fünfmal zu groß wie auf der anderen Elbseite, sondern auch die gesamte Infrastruktur ist der dortigen und einzigartigen Natur angepasst. Große Städte sucht man dort vergebens. Dafür sind ein paar kleine Ortschaften in der Umgebung verteilt, die auch der Landschaft ihrem Charme geben. Sogar asphaltierte Straßen wurde teils durch einzelne Betonplatten als Wegbefestigungen ersetzt. Dadurch wurden die wertvollen Grünflächen erweitert. Und dort habe ich ein Gebiet von knapp 30 Quadratkilometern über Pfingsten kartiert.

Als westdeutscher Orni kann man in der artenreichsten Region Deutschlands schon einem Kulturschock bekommen. Wenn man am Nachmittag sich in den Schatten vorm Haus setzt, um sich von der morgendlichen Kartierung zu erholen, befindet man sich in einem Konzert von Pirol und Nachtigall begleitet von Storchenklappern. Jedes Dorf hat mindestens ein Weißstorchpaar, was das idyllische Landschaftsbild abrundet. 

 

Meine Beobachtungstipps

Die besten Beobachtungszeiten sind ganz klar der Morgen ab dem Sonnenaufgang und die Abenddämmerung bis zum Sonnenuntergang. Einer der besten Reisemonaten Monat ist der Mai, da dann das Brutgeschäft der Vögel im vollen Gange ist.

Der mit Abstand häufigste Vogel in der niedersächsischen Elbtalaue ist die Nachtigall. In jedem kleinen Feldgehölz sitzt mindestens ein singendes Männchen. In den Feldgehölzen trifft man nicht nur des Öfteren den dort gar nicht mal seltenen Pirol an, sondern auch beide Milanarten und Kolkraben haben ihre Horste dort.

Wer schon mal am Niederrhein Brutvögel kartiert hat, weiß, dass dies auf die Dauer frustrierend werden kann, auf einer großen Fläche nur eine Handvoll Feldlerchen finden zu können. So kann ich Ihnen versichern, dass nur eine Brutvogelkartierung in der niedersächsischen Elbtalaue ausreichen wird, um die eigene Perspektive komplett zu verändern. So schildere ich kurz eine der Brutvogelkartierung, die ich bei Sückau durchgeführt habe:

Kaum steigt man aus dem Auto aus, so wird man von singenden Schwarzkehlchen, Braunkehlchen und Wiesenpiepern begrüßt. Einige Meter weiter wird diese musikalische Leistung von einem Pirol, Neuntöter und ein paar Grauammern unterstützt. Der eine oder andere überfliegende Rot- oder Schwarzmilan, mit Glück aber auch ein Seeadler, ist am morgenrotem Himmel zu erblicken. Das Begehen der schier endlosen Äcker wird nicht nur durch die steigenden Temperaturen erschwert. Feldlerchen ohne Ende. Als Westdeutscher ist das kaum zu fassen.

Gefühlt jede zehn Meter ist ein Feldlerchenrevier. Ein schönes Beispiel für gelungenen Naturschutz. Was ein paar Grünstreifen ausmachen können. Ab und zu erblickt man einen Kiebitz oder sogar einen Großen Brachvogel. Wiesenlimkolen stellen hier eine Seltenheit dar. Kommt man nun an einer Eichenreihe entlang, sollte man die Ohren spitzen um ja nicht den Gesang des Ortolans nicht zu verpassen. Ein kleiner Edelstein der Gegend.

Selbstverständlich beherbergt die Gegend auch noch weitere Habitate. Chancen auf einen Raubwürger im Brutgebiet hat man hier jederzeit. Auch die Rufe der Kraniche sind allgegenwärtig. In manchen Jahren wimmeln die Grünflächen vor Wachteln und Wachtelkönigen.

Der wohl spannendste und damit artenreichste Lebensraum ist das Röhricht. Neben Schilf-, Teich-, Sumpf- und Drosselrohrsänger erklingt auch der Gesang von Blaukehlchen, Feld- und Rohrschwirl. Ein weiterer Leckerbissen der Gegend ist die Beutelmeise, die man in Weidengehölzen finden kann.

Wenn man als Orni mal sehen möchte, was Deutschland an Vogelarten beherbergt, kann in der niedersächsischen Elbtalaue schon einiges an Erfahrungen sammeln. Die malerische Naturidylle und die schier unerschöpfliche Zahl an Vogelarten machen diesen Naturraum zu einem der schönsten Orte Deutschlands. Eine Naturreise dorthin ist lohnenswert, nur man sollte sich nicht auf Luxus einstellen. Aber darum geht es bei einer ornithologischen Reise ja auch nicht.

 

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Über den Author

Lukas Rühlke

Mitgründer von Orninews Niederrhein. Sehr ambitionierter und erfahrener Vogelbeobachter und entomologischer und ornithologischer Kartierer.

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